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Die Künstlerin Anja Kipp wurde in Osnabrück geboren. Sie studierte an der Fachhochschule Aachen Objektdesign. Seit 2008 ist sie als freischaffende Künstlerin tätig. Sie hat sich in ihrem Oeuvre sehr lange mit dem Thema Figur und Raum beschäftigt. Im Nebenraum finden Sie eine sehr typische Arbeit von ihr aus einer umfangreichen Serie von blauen Frauenfiguren in weißen Kleidern. In diesem Raum sehen Sie eine dreiteilige abgeschlossene Serie zum Thema Figur. Formatfüllend erkennt man auf der linken Tafel das Ganzkörper-Porträt einer Freundin der Künstlerin. Mit breiten, dynamischen Pinselstrichen gelingt es Anja Kipp die Situation und die Stellung des Körpers im Raum zu erfassen. Das Werk in Mitte zeigt eine Gestalt, eingehüllt in einen übergroßen Mantel. Die eigentlich flüchtige Bewegung wird eingefroren. Das Motiv des Mantels ist uns allen aus der christlichen Ikonographie sehr vertraut: man denke an die Mantelteilung des Heiligen Martin oder hier noch zutreffender: die zahlreichen Darstellungen der Schutzmantelmadonna. Auf dem rechten Gemälde sieht man nun die Frau in Interaktion mit ihrem Sohn. Die Mutter schließt den Reißverschluß des Anoraks. Eine typische, ganz alltägliche, aber wichtige mütterliche Geste. Die Darstellungen der Figuren reichen somit von einer schon fast klassischen Porträtsitzung auf der linken Seite, bis zu einer schnellen und sehr spontan eingefangenen Begebenheit auf der rechten Seite. Vor kurzer Zeit hat sich Anja Kipp einem weiteren künstlerischen Motiv zugewendet: der Architekturmalerei. Die Architekturmalerei hat eine lange Tradition. Alles begann mit der Entdeckung der Zentralperspektive. Die Anwendung der Zentralperspektive setzt profunde mathematische und optische Kenntnisse voraus und wurde erst in der Kunst der Renaissance konsequent angewendet. Wegbereiter der modernen Perspektivdarstellung war Giotto, der mit Kastenräumen, in die seine Figuren eingestellt waren, einen geschlossenen Bildraum erzeugen konnte. Anfang des 15. Jahrhunderts, zu Beginn der Renaissance, entwickelte sich in Florenz mit zunehmendem Interesse an der Wissenschaft die perspektivisch richtige Malerei. Erste Versuche stammen von F. Brunelleschi, sie sind jedoch nur schriftlich überliefert. Die erste Umsetzung in die Malerei ist das so genannte Trinitätsfresko von Masaccio in S. Maria Novella in Florenz. Und an Florenz haben mich auch die fünf kleinen Architekturbilder von Anja Kipp erinnert. Die Innenräume sind der Architektur des Klosters San Marco sehr ähnlich. Doch da habe ich mich getäuscht: es handelt sich hier um ein aufgegebenes und verlassenes Gefängnis in Dublin. Die Künstlerin war fasziniert von der hohen Ästhetik der Räumlichkeiten. Als Vorlage dienten ihr selbst geschossene Fotografien. Sie greift häufig auf Fotografien zurück: als Arsenal der künstlerischen Anregung sind sie unverzichtbar. Ursprünglich sind die Wände des Gefängnisses grau gewesen und der Boden dunkel. Alles strahlte Kälte aus. Anja Kipp gibt mit ihrer ungewöhnlichen Farbwahl von ocker und rot den Räumen eine neue Lebendigkeit zurück. Die Arbeiten sind eine Mischung aus Malerei und Skizze, es sollen die Spuren der schnellen Zeichnung erhalten bleiben, da genau diese unfertigen Elemente dem Bild eine notwendige Dynamik verleihen.
Kunst im Werk - Dipl.-Designerin (FH) Anja Kipp - Klosterstr. 64 - 52134 Herzogenrath